Soziotherapie

Was ist Soziotherapie ?

Zielgruppe und Indikation

Gemäß § 37a SGB V können niedergelassene Nervenärzte und Psychiater, Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Fachärzte für psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie psychiatrische Institutsambulanzen Soziotherapie als Kassenleistung verordnen.
Das Angebot richtet sich an psychisch Kranke, die Schwierigkeiten haben, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen selbständig in Anspruch zu nehmen und die aus diesem Grund Unterstützung, Motivationsförderung und Training benötigen.

Soziotherapie dient dazu, auf der Basis definierter Therapieziele

  • Krankenhausbehandlungen zu vermeiden oder zumindest zu verkürzen,
  • den Patienten dabei zu unterstützen, medizinische Behandlungsmaßnahmen und weitere Hilfen in Anspruch zu nehmen,
  • den Patienten zur Entwicklung eines besseren Zugangs zu seiner Krankheit im Sinne der Psychoedukation zu befähigen.

Eine Indikation zur Soziotherapie liegt bei folgenden psychischen Erkrankungen vor:

  • Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis  (F 20.0 – 20.6),
  • schizotype Störung (F 21)und anhaltend wahnhafte Störung (F 22),
  • (schizo)affektive Störung (F 25),
  • schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer bipolaren
    Störung (F 31.5),
  • schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3) sowie schwere
    depressive   Episode mit psychot. Symptomen im Rahmen einer rezidivierenden
    depressiven Störung (F 33.3)
  • alle ICD 10 Diagnosen in begründeten Einzelfällen

Welche Leistungen umfasst Soziotherapie ?

„Muss“-Leistungen

  • Soziotherapeutischer Betreuungs- und Behandlungsplan (entsprechend der Verordnung des Arztes und in Abstimmung mit dem Patienten),
  • Koordination von Behandlungsmaßnahmen und weiteren Hilfen,
  • Unterstützung im sozialen Umfeld (Einbeziehung von Familie, Freunden und weiteren wichtigen Bezugspersonen),
  • Einbeziehung und Nutzung der Angebote des gemeindepsychiatrischen
    Verbunds,
  • Dokumentation.

„Kann“- Leistungen

  • Krisenintervention,
  • entlastende und stützende Gespräche,
  • Unterstützung bei der Verbesserung der Krankheitswahrnehmung,
  • individuelles Verhaltenstraining zur Wahrnehmung und Umsetzung eigener Interessen,
  • Motivationstraining,
  • Erarbeiten einer Tagesstruktur, Erstellen von Tages- und Wochenplänen,
  • psychoedukatives Gruppenangebot.

Das psychoedukative Gruppenangebot ist störungsspezifisch ausgerichtet und dient der Vermittlung von Kenntnissen über die Erkrankung, der Entwicklung geeigneter Bewältigungsstrategien, der Förderung der Compliance und dem Austausch unter den Betroffenen.

Warum ist Soziotherapie für den Arzt hilfreich?

Es gibt vermutlich in jeder nervenärztlichen / psychiatrischen Praxis chronisch kranke Patienten, die nicht in der Lage sind, Behandlungsvereinbarungen einzuhalten, häufig erneut erkranken und immer wieder neue Behandlungsanläufe erforderlich machen.
Soziotherapie ist eine Hilfe, die einerseits dem Patienten ermöglicht, eine positive Entwicklung innerhalb eines chronischen Krankheitsverlaufs zu erleben und andererseits eine Unterstützung für die nervenärztliche/psychiatrische Praxis beinhaltet, dem Behandlungsauftrag erfolgreicher und zufriedenstellender nachzukommen.

Wie sind die Voraussetzungen für die Verordnung?

  • Vorrausetzung der Verordnung ist die Genehmigung der kassenärztlichen Vereinigung, Soziotherapie zu verordnen.
  • Zur Prüfung der Therapiefähigkeit des Patienten können zunächst 5 Probestunden veranlasst werden.
  • Die Verordnung selbst kann maximal 30 Therapieeinheiten umfassen.
  • Eine Soziotherapieeinheit umfasst 60 Minuten.
  • Nach Ablauf der ersten Verordnung können Folgeverordnungen erteilt werden bis maximal 120 Stunden je Krankheitsfall über einen Zeitraum von längstens 3 Jahren.
  • Die Verordnung von Soziotherapie erfolgt auf Antrag. Dazu muss der Krankenkassen der soziotherapeutische Betreuungs- und Behandlungsplan vorgelegt werden. Hierbei bieten wir dem Arzt unsere Unterstützung an.

Integrierte Versorgung

Der Verein für Psychiatrie und seelische Gesundheit e.V. hat Ende 2006 mit der DAK einen ersten Berlin-weit gültiger Vertrag nach §140 a SGB V zur integrierten Versorgung schwer psychisch kranker Patienten abgeschlossen. Zum 01.01.2008 wurde ein analoger Vertrag mit fast allen BKK’s des BKK – Landesverbandes Ost abgeschlossen. Im November 2008 erfolgte im Hinblick auf die Weiterentwicklung der IV durch den Vorstand des Vereins die Gründung der Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg | PIBB GmbH & Co KG als Vertragsnehmer der Integrierten Versorgung.

Platane 19 gGmbH ist Vertragspartner und bietet soziotherapeutische Leistungen im Rahmen der Integrierten Versorgung an.
Weitere Informationen zu diesem Vertrag und der Integrierten Versorgung finden Sie unter www.psychiatrie-in-berlin.de

Ihre Ansprechpartner

Frau Eger 030 – 330 065 063
Frau Nehring 030 – 330 065 020
Herr Puls 030 – 330 065 065

 

 

 

Weitere Informationen zur Soziotherapie:
Soziotherapie Platane 19 (Info-Flyer)

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Platane 19 gGmbH
Soziotherapie

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